Der Pudel

Der Pudel- mehr als ein Frisierobjekt

Bis ins 19.Jahrhundert hatte der Pudel einen außergewöhnlich guten Ruf als Jagdhund- vorwiegend war er bei der Entenjagd im Einsatz. Aber auch bei Schaustellern oder im Zirkus war der Pudel sehr beliebt, weil er sehr intelligent ist und Kunststücke mit Bravour meisterte.

Heute wird er leider oftmals wegen seiner extravaganten Schur belächelt, bzw. nur als Begleithund von älteren Damen angesehen.

Doch es steckt mehr in ihm.

Durch sein fröhliches liebes Wesen, seine Fähigkeit, schnell zu lernen, und seine Beweglichkeit entwickelt sich der Pudel zum beliebten Allrounder, der als Blindenführhund, Rettungshund, Therapiehund, Suchhund und Jagdhund oder ganz einfach als treuer Familienhund die Herzen erobert.

Zur Besonderheit des Pudels gehört sein lockiges Haarkleid. Man schätzt an seinem Haar, dass er nicht haart und dass er keinen schlechten Hundegeruch verbreitet. Dafür muss man den Pudel jedoch regelmässig kämmen und es gehört zum Pflichtprogramm, dass er alle 6-8 Wochen gebadet und geschoren werden muss, denn sein Haar wächst unaufhörlich und würde sonst verfilzen. Für manche Allergiker ist der Pudel der geeignete Hund, da er kaum haart.

Allerdings muss ein Familienhund sich nicht der Ausstellungsschur unterziehen, sondern kann eine pflegeleichten Look vom Hundefriseur geschnitten bekommen oder man lernt es selbst, denn Sie müssen damit rechnen, dass ein Pudel 12 – 16 Jahre alt wird. Der Pudel gehört zu den gesunden und langlebigen Hunderassen, weil der Mensch sich nur an des Pudels „Äußeres“ ausgelassen hat, wie man an den diversen Schuren sieht und nicht an der Anatomie oder Genetik wie bei so vielen anderen Rassen (Qualzuchten).

Der Pudel ist ein sehr leichter und harmonisch gebauter Hund, der, wie gesagt, ein hohes Alter erreichen kann. Eine wissenschaftliche Studie von Dr. Helga Eichelberg aus dem Jahr 1996 belegt, dass der Pudel unter den Hunden- einschließlich Mischlinge- im Durchschnitt das höchste Alter erreichen kann. Um einen gesunden Pudel zu bekommen, ist es wichtig, sich an seriöse Züchter zu wenden, die sich an die Vorschriften ihres Rassehundeclubs des VDH halten. Gesunde und wesensstarke Pudel sollen das Zuchtziel sein.

Natürlich hat auch der Pudel gewisse Erbkrankheiten, für einige gibt es jedoch einen Gentest, so dass man die jeweilige Erkrankung gut im Griff hat.

Meine Kleinpudelhündin Pauline ist auf folgende Erkrankungen untersucht worden.:


Hüftgelenksdysplasie HD A
Patellaluxation beidseits 0/0
Katarakt frei
Degenerative Myelopathie (DM) (N/N)
von Willebrand Erkrankung Typ 1 /vWDI) (N/N)
Neonatale Enzephalopathie (NEWS) (N/N)
Progressive Retinaathrophie (rcd4 PRA) (N/N)

*(N/N) genetisch frei

Der Standard des Pudels:

In den FCI-Ländern gibt es den Pudel in vier Grössen:

Grosspudel (45 bis 62 cm) Gewicht ca. 20-25 kg
Klein-oder Mittelpudel (35 bis 45 cm)Gewicht ca. 7- 9 kg
Zwergpudel (28 bis 35 cm), Gewicht ca. 5 kg
Toypudel (23 bis 28 cm), Gewicht ca. 2 -4 kg.

In den USA und in England werden die Pudel nur in drei Grössen gezüchtet. Die Zwergpudel werden dort zu den Klein/Mittelpudeln gezählt. Diese nennen sie «Miniatures».

Die Farben

Seit 1936 schreibt der offizielle FCI-Standard einfarbige Pudel vor, während national in vielen Ländern an den Ausstellungen auch die zweifarbigen Pudel zugelassen werden. Sie haben aber noch nicht die offizielle Anerkennung der FCI. Die gefleckten Pudel werden Harlekins genannt und die Black and Tans zeigen ein Fellmuster wie der Rottweiler. Ursprünglich wurden offiziell nur die Farben Schwarz und Braun im FCI-Standard beschrieben. 1966 kam auch die silbergraue Farbe dazu und zehn Jahre später werden die Apricot-Pudel offiziell zugelassen. Seit 2007 werden nun auch die «roten» Pudel im Standard unter der Farbe «fauve» als weitere Farbvariante aufgeführt.

Der Pudel hat eine selbstbewusste Haltung. Kopf und Rute werden stolz getragen. Der leichtfüssig tänzelnde Gang ist sehr elegant. Die Brust ist gut ausgebildet und die parallel stehende Vorder- und Hinterhand ist gut gewinkelt und bemuskelt. Der schmale Kopf mit dem langen Fang wirkt elegant, das Kinn ist ausgeprägt und die dunklen mandelförmigen Augen vermitteln einen feurigen und aufgeweckten Ausdruck. Erwünscht ist ein möglichst vollständiges Scherengebiss mit gutem Rachen und Lefzenpigment. Das Gesicht wird von den eng anliegenden und gut befransten Hängeohren eingerahmt. Der Pudel ist sehr temperamentvoll, menschenbezogen, intelligent und freundlich. (siehe auch FCI-Standard www.fci.be.)

Das Aussehen des Pudels hängt ganz von seiner Frisur ab und welche Frisur er trägt, bleibt dem Geschmack des Besitzers überlassen. Die Frisur hat aber keinen Einfluß auf des „Pudels Kern“ also auf das liebenswerte Wesen, Einfühlungsvermögen und die tolle Lernbereitschaft des gesunden Pudels und man sollte sich von diesen Äußerlichkeiten nicht abschrecken lassen, denn die Vorzüge eines Pudels überwiegen und ich bin froh und glücklich mit meiner Kleinpudelhündin Pauline von Anke’s Aristodogs (FCI-VDH-DPK).

Doris Steger 2019

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